E 10 – Kurze Jacke, halbgefüttert mit Streifenapplikation

Diese Jacke ist eine Wucht!
Der Schnitt ist kurz, tailliert, mit 3/4-Ärmeln und halb gefüttert. Der Lerneffekt ist enorm, die Passform der Jacke wie immer perfekt.

Viele, viele Schnittmusterteile gibt es im Schnitt: Schnittmusterteile für den Oberstoff, für das Futter und auch für die Einlage. Anfangs ein wenig verwirrend, doch sehr hilfreich dann bei der Verarbeitung.

Wieder nehmen die Vorbereitungen der Schnitteile fast mehr Zeit in Anspruch als dann das Nähen selbst. Doch wenn die Jacke dann fertig ist merkt man, dass genau diese Vorbereitungen ein großer Teil der Professionalität des Schneiderns ausmachen.

Stoffempfehlung der Schneiderakademie war ein Jerseystoff für den Oberstoff und auch für das Halbfutter. Bei unserem Modell haben wir uns für einen etwas festeren Jeans-Jersey entschieden. Wir wollten die Jacke alltagstauglich und nicht zu elegant wirken lassen, deshalb die Kombination mit dem Jeanslook und dem doch eher eleganten Schnittmuster mit Applikation.
Diesen Jeansjersey gibt es in sämtlichen Farben, er ist dehnbar und hat die typische Jeansstruktur kombiniert mit Uni-Design. Bei uns wurde es die Farbe dunkles Blau
Jeansstoff, Jersey, Stretchstoff, Bi-elastisch, Jenny-Jeans, Dunkles Blau

Beim Futter brachte mich eine Akademie-Kollegin, die mich im Stoffstudio besuchte auf eine tolle Idee: Sie hatte für Ihre unifarbene Jacke einen peppig gemusterten Jerseystoff gewählt und diese Idee griff ich nun auf. Vielen Dank für die Inspiration an die Schneiderakademiekollegin und Kundin.
Da ich diese Jacke gerne jetzt im Spätsommer als Ergänzung zum ärmellosen Jerseykleid tragen möchte, verwendeten wir nun bei Stoff & Tuch als Futter die Stoffreste des Kleides.

Durch die Fütterung der Jacke erreicht man eine saubere, schöne Innenverarbeitung der Jacke. Das aufgenähte Band an den Kanten stabilisiert dann die Außenkanten perfekt.

Die Innenseite des von uns gewählten Jeansjerseys ist hell, somit benötigten wir bei der Ärmelsaumverarbeitung eine andere Verarbeitung als von der Akademie gezeigt.
Für unsere Variante wurde der Saum des Ärmels somit nach links genäht, sonst wäre minimal die helle Innenseite des Stoffes sichtbar gewesen, was natürlich nicht schön ausgesehen hätte.

Sehr lehrreich auch die Verarbeitung des Halbfutters.

Herausforderung für mich war das Einsetzen des Ärmels. Da brauchts noch weitere Übung bei mir. Doch solch ein schöner Jackenärmel sitzt dann schon perfekt. Somit lohnt sich die Mühe und sicherlich gelingt das Einsetzen des Ärmels nach weiteren Teilen immer besser.

Das Aufnähen des Bandes erforderte vorab viele Überlegungen schon bei der Bandwahl: Sorge hatte ich, da ja das Band nicht dehnbar sein musste, was die Auswahl des Bandes sehr vergrößerte mich jedoch unsicher machte, wie dann das Aufnähen des Bandes bei den Rundungen gelingt.
Ein schmales Band ist hier sicherlich leichter aufzunähen als ein breiteres Band. Auch die Akademie verwendete ja ein nur 1 cm-breites Band. Erst hatte ich mich für ein sehr hübsches, passendes, doch auffälliges Band entscheiden, verwarf dann jedoch wieder diese Idee, da im Vordergrund stand, dass die Jacke zu vielen Kleidungsstücken kombiniert werden soll und ein auffälliges Band zu sehr einschränkt. Somit wurde es nun ein dezentes unifarbenes Band in kunklem Blau aus Satin mit eingewebten Glitzerpünktchen Ton in Ton.

Das Aufnähen des Bandes gelang gut, einige Stellen wurden noch nachgebessert, die Ecke gelang dank Tip des Meisters einfach und problemlos.

Für die Druckknöpfe waren bei den in unserem Studio erhältlichen Druckknopf-Schätzchen die passende Farbe gefunden werden.

Und auch hier, nur beim Annähen der Knöpfe, waren die Hinweise der Akademie wieder hilfreich.

Die Jacke ist ein wunderbares Stück, eine richtig schöne Jacke mit toller Passform. Sie sieht edel und besonders aus. Der Lerngewinn ist enorm.  Vielen Dank, liebe Schneiderakademie.